Im Juni 2011 fand in unserer Praxis auf der Behrischstraße 29 eine Matschwoche statt.
Für Kinder, zuschauende Eltern und Therapeutinnen war dies ein großartiges, spannendes und interessantes Erlebnis mit wichtigem therapeutischem Hintergrund.
In einem unserer großen Therapieräume konnte auf der gesamten Fläche mit Creme, Wasser und Schaum gematscht werden. Eine in der Mitte des Raums aufgebaute schräge Ebene, die komplett mit Creme eingeschmiert und Wasser bespritzt war, wurde zur eisglatten Sauserutsche.
Staunen und Freude war in allen Kinderaugen zu sehen, die diese Sauserutsche ausprobiert haben. Kinder, die noch durch Schwellenängste gehemmt waren, überwanden diese teilweise und stellten mit Hingabe Schaum her, welcher dann zum Putzen dringend notwendig war.
Zum besseren Verständnis um den Sinn des Matschens, wollen wir Ihnen einige therapeutische Hintergründe kurz darstellen.
Das Matschen mit Creme Schaum und Wasser in Verbindung mit der schrägen Ebene ist ein Medium, bei dem alle drei Basissinne Haut – Gleichgewichts – und Bewegungs/Muskelsinn integriert zusammenwirken. Abgestimmt auf das jeweilige Kind kann dies eine optimale sensorische Integration bewirken. Für Kind und Eltern sichtbar an erhöhter Bewegungsfreude, körperliches Wohlgefühl an der Haut, ein sicheres Gleichgewicht – kurz die Motivation und Anregung über diese Medien führen schneller als bei anderen Angeboten zu einem sichtbaren Erfolg. Dieser bewirkt wiederum eine erhöhte Selbstorganisation in den einzelnen Handlungsschritten, strukturiert das Gehirn und trägt zur Förderung des Selbstvertrauens und der Anstrengungsbereitschaft bei. Durch den Umgang mit Creme, Schaum und Wasser in hohen Frequenzen erleben die Kinder eine Tonussteigerung und intensives Körperempfinden und können gesteigerte Anforderungen an das Gleichgewicht, Haltungskontrolle und Koordination besser bewältigen. Oft wurde das Matschen in einer Gruppensituation durchgeführt. Dadurch konnten sich die Kinder im geschützten therapeutischen Rahmen einander motivieren, anspornen, Kontakte knüpfen und Berührungsängste verringern. So war es auch möglich, soziale Kompetenzen ( gemeinsames Vorgehen, Absprachen treffen, Regeln einhalten, Abwarten können, sich helfen und gemeinsames Rutschen ) zu fördern.
Wir hoffen, Ihnen mit dieser Darstellung einen kleinen Einblick in unser therapeutisches Vorgehen geben zu können. Für weitere Fragen stehen wir Ihnen natürlich gern zur Verfügung.
Und am Ende noch ein Ausblick:
Im nächsten Jahr wird wieder gematscht !



